Neues Vorkaufsrecht Jetzt!

Auch wir sind Teil des Bündnisses „Neues Vorkaufsrecht Jetzt!“ Wir fordern allerdings mehr als nur ein kommunales Vorkaufsrecht. Es muss endlich Schluss sein mit der Spekualtion mit Wohnraum. Wohnen ist ein Menschenrecht! Daher „Neues Vorkaufsrecht Jetzt!“, Mietendeckel bundesweit, Enteignung umsetzen!

Keine Profite mit der Miete!

 

Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen findet morgen, am 23.11.21 um 15 Uhr eine Kundgebung am Willy-Brandt-Haus (der SPD-Zentrale) in der Wilhelmstraße 140. Machen wir Druck bei den Koalitionsverhandlungen.

Kundgebung: 1 Jahr Räumung des Syndikat – Kiezkultur bleibt erhalten!

Am 7. August 2020 wurde die Kollektivkneipe Syndikat, in der Weisestraße in Berlin-Neukölln, von über 2200 Polizist*innen im Auftrag eines Luxemburger Briefkastens zwangsgeräumt. Seitdem ist die Kneipe zugemauert. Über 3 Jahrzehnte war das Syndikat Dreh- und Angelpunkt für viele im Kiez und darüber hinaus. Nach wie vor ist die Kneipe Anlaufpunkt. Dort wird sich immer noch getroffen, getrunken, gefeiert und ausgetauscht.

Diesem traurigen Jahrestag wollen wir etwas positives entgegensetzen. Wir wollen zeigen, dass wir immer noch unheimlich wütend über die Räumung sind. Deshalb wird es am 07.08.21 von 14 – 22 Uhr eine Kundgebung mit Redebeiträgen, Livemusik, Performance, Ausstellung und vielem mehr in der Weisestraße geben. Dort werden wir wieder einmal zeigen, was wir uns unter Kiezkultur vorstellen.

Deshalb kommt am 07.08.21 ab 14 Uhr in die Weisestraße und zeigt mit uns: „Syndikat Lebt!“

Weitere Infos findet ihr unter:

Telegramm: t.me/syndikat44

Twitter: @syndikat44

OFFENER BRANDBRIEF zur Situation der JUGENDKULTUR in BERLIN

OFFENER BRANDBRIEF
zur Situation der JUGENDKULTUR in BERLIN
vom 10.05.2021

Nach jahrelangen Verhandlungen und Gesprächen mit Politiker*innen, einer umfassenden Pressearbeit, kreativen Aktionen und unzähligen (Groß-)Demonstrationen, steht es nun endgültig fest: Auch das letzte selbstverwaltete Jugendzentrum muss aus seinen Räumen in Berlin-Schöneberg ausziehen.

Wir sind wütend und erstaunt darüber, dass der Bezirk Tempelhof-Schöneberg und der
zuständige Jugendstadtrat Oliver Schworck (SPD), dass Jugendzentrum Potse trotz
laufender Verhandlungen über mögliche Ausweichquartiere und inmitten eines Lockdowns, am 19.Mai 2021 durch die Berliner Polizei und mit Wohlwollen des Innensenators Andreas Geisel (SPD) räumen lassen will.
In Berlin werden und wurden unzählige Freiräume und Kulturprojekte entmietet, verdrängt und gewaltvoll geräumt. Auch vor den Kulturräumen der Berliner Jugend macht das Land Berlin jetzt keinen Halt mehr. Durch die geplante Räumung soll eine jahrzehntelang gewachsene Jugendkultur in Schöneberg absichtlich zerschlagen und ohne Aussicht auf einen adäquaten Ersatz auf die Straße gesetzt werden.

Was bleibt?

Wie beim Jugendzentrum Drugstore zu beobachten ist, gibt es für dieses, trotz anhaltender Versprechungen seitens der (Bezirks-)Politik, nun seit 2 1/2 Jahren noch immer keine bezugsfertigen Ersatzräume. Dasselbe Schicksal darf der Potse nicht widerfahren, weshalb sie nicht darauf reinfallen werden, erneut auf leere und wertlose Versprechungen von Politker*innen zu hören.

Dass die ausweglose Situation des Jugendzentrums Potse durch ein Versagen der
Regierungskoalition aus SPD, LINKEN und Grünen (R2G) hervorgerufen wurde ist
unstrittig, aber das zwischen diesen Parteien die Verantwortung nun schamlos hin-
und hergeschoben wird, ist nicht weiter hinnehmbar.

Nachdem der Berliner Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) der Potse die Möglichkeit
verwehrt hat, in Räume der Liegenschaft Potsdamer Str. 140 einzuziehen, weil er dort lieber eine Finanzschule sieht als selbstverwaltete Jugendzentren, kann er sich nicht einfach aus der Verantwortung ziehen. Als Finanzsenator besitzt er zudem einen umfassenden Einfluss auf die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), um brauchbare Ersatzräume im Landeseigentum zu finden.
Sandra Scheeres (SPD) steht als Senatorin für Bildung, Jugend und Familie ebenfalls in der Pflicht, sich für die Interessen der Jugendlichen und politische Bildungsorte einzusetzen.
Getan hat sie bisher: Nichts. Obwohl hunderte Berliner Jugendliche seit Jahren um den
Erhalt der Potse und des Drugstores kämpfen, ist Frau Scheeres dieser Zustand
anscheinend vollkommen egal. Die Stimmen der Jugendlichen müssen endlich ernst
genommen werden! Was ist euch Berlin wert, wenn die Politik die Jugend aus der Stadt
verjagt?
Jugendkultur ist Kultur: In der Potse und dem Drugstore wurden jahrzehntelang
unkommerzielle Konzerte, Theateraufführungen, Lesebühnen und Ausstellungen
veranstaltet, die von zehntausenden Menschen in Anspruch genommen wurden. Somit sind beide Orte ein wichtiger Teil der Berliner Kulturszene. Deshalb steht auch Klaus Lederer (Linke) als Kultursenator in der Verantwortung, sich für Jugendzentren einzusetzen. Jugendkultur nicht als Kultur zu erachten ist keine sinnvolle Lösung. Hochkultur allein macht Berlin in seiner Vielfältigkeit nicht aus. Jede bekannte Band hat irgendwann und irgendwo mal klein angefangen und in solidarischen Räumen gespielt. Die Potse und das Drugstore sind und waren solche Orte.
Nun wurde kürzlich mit dem Senator für Stadtentwicklung und Wohnen, Sebastian Scheel (Linke), eine erste Verhandlungsbasis gefunden. Es klingt verheißungsvoll, dass dieser die Zollgarage im ehemaligen Flughafen Tempelhof vorgeschlagen hat und endlich etwas ins Rollen kommt. Allerdings: Eine Lösung aller Probleme ist auch hier noch immer nicht in Sicht. Die Zollgarage wird nach derzeitigem Stand leider noch keine Dauerlösung sein.

Deswegen FORDERN wir vom Bezirk Schöneberg-Tempelhof und der Stadtregierung
von Berlin:

1. Eine sofortige Aussetzung der Räumung bis adäquate Ersatzräume für Potse und
Drugstore feststehen. Wir sind überzeugt davon, dass Berlin mehr Jugendräume braucht und nicht weniger. Gerade jetzt, während einer Pandemie, in der Jugendliche kaum mitgedacht werden, ist es wichtig Räume für Jugendliche zu erhalten und nicht gewaltvoll zu räumen. Es braucht Räume, in denen sich junge Leute treffen, organisieren und austauschen können. Freiräume, die emanzipatorisch und unkommerziell sind. In einer Stadt wie Berlin, die immer mehr ausverkauft und zu einem Ort wird, den sich viele Menschen nicht mehr leisten können, ist es besonders wichtig, solche Strukturen zu erhalten. Wir müssen dafür sorgen, dass Berlin eine soziale Stadt bleibt.

2. Oliver Schworck (SPD), der Jugendstadtrat des Bezirks Tempelhof-Schöneberg muss, sofern die Räumung der Potse tatsächlich am 19.05.2021 stattfinden sollte, die notwendigen Konsequenzen ziehen.

3. Eine vertraglich festgelegte Sicherung der adäquaten räumlichen Versorgung der
Jugendzentren Potse und Drugstore auf Dauer. Auch wenn die Zollgarage im Flughafen
Tempelhof eventuell zukünftig saniert werden muss, braucht es vertraglich gesicherte
Ersatzräume für die Nutzer*innen der Jugendzentren.

4. Das die Räumungswelle, die schon zu viele Freiräume in den letzten Monaten und Jahren getroffen hat endlich gestoppt wird. Denn diese ist kein Unglück oder Zufall – es sitzen ganz reale Menschen hinter diesen Entscheidungen. Es gilt jetzt, die Landespolitik in die Pflicht zu nehmen, endlich auf die unzähligen Stimmen der Stadt zu hören und nicht auf die der meistbietenden Investor*innen. Berlin braucht – gerade in Zeiten einer Pandemie – einen umfassenden Räumungsstopp für alle sozialen und kulturell genutzten Orte in Berlin.
Jetzt und sofort!

Wenn die Forderung, die Räumung der Potse auszusetzen, bis zum 14. Mai 2021 nicht
umfassend erfüllt und öffentlich kommuniziert wird, müssen wir als Zivilgesellschaft davon ausgehen, dass die Räumung des selbstverwalteten Jugendzentrums Potse von der Politik nicht gestoppt werden wird. Der politische Wille, die Potse zu erhalten, ist damit nicht mehr als ein unerfülltes Wahlversprechen.

Wir stehen gemeinsam für eine solidarische Stadt von unten ein und kämpfen gegen
die Verdrängung und Räumung von sozialen und kulturellen Freiräumen und
Projekten.

Unterzeichnet von:

Bands und Musikgruppen :
1. Taxi nach Tegel
2. HAUSVABOT
3. Berliner Frauenchor Judiths Krise
4. Fontanelle
5. One Step Ahead
6. Lauratibor Protest-Oper
7. Zecknäcks
8. Daran SchaitertZ
9. Resistenz’32
10. Terrorgruppe
11. Jogida

Bars, Clubs und Festivals:13
12. Suicide Circus
13. ://About Blank
14. Syndikat
15. Meuterei
16. Pirata Patata
17. Franziskaner
18. YAAM
19. Rock’n’Roll Herberge
20. Der Goldene Hahn
21. Der Franken
22. Mensch Meier
23. Resist to Exist Festival
24. Fusion Festival

Jugendkulturzentren und Jugendvereine: 9
25. T.E.K. e.V. (Till Eulenspiegel-Kette e.V.)
26. Naturfreundejugend Berlin
27. Unabhängiges Jugendzentrum Pankow JUP e.V.
28. Haus der Jugend Bunte Kuh e.V.
29. Landesjugendring Berlin e.V.
30. Kreisjugendring Köpenick e.V.
31. Café Köpenick
32. selbstverwaltetes Jugendzentrum Potse
33. selbstverwaltetes Jugendzentrum Drugstore

Initiativen, Vereine und Interessensvertretungen:
34. Spreepublik
35. Info- und Stadtteilladen Lunte
36. Mieter_inneninitiative H48
37. ANONYME ANWOHNENDE
38. WEM GEHÖRT KREUZBERG
39. AG Eigenbedarf kennt keine Kündigung
40. Anarche Berlin
41. Quartiersmanagment Grunewald
42. Hedonistische Internationale
43. AmMa65 e.V.
44. Wem Gehört Berlin
45. Block89
46. Bucht für Alle
47. Reclaim Club Culture
48. ALERT
49. Indiwi e.V.
50. Bergpartei, die Überpartei
51. Antiverschwurbelte Aktion
52. Bündnis Zwangsräumung verhindern
53. Rat der Künste Berlin
54. Kiezpalaver Schöneberg
55. Beirat des Initiativenforums Stadtpolitik Berlin
56. Köpi
57. Köpi Wagenplatz
58. Eye!Warning – Filmproduktion
59. Chile Freundschaftsgesellschaft „Salvador Allende“
60. Bündnis für bezahlbare Mieten Neukölln
61. Berliner Aktion gegen Arbeitgeberunrecht (BAGA)
62. Demokratische Initiative 100% Tempelhofer Feld
63. Linienstr. 206
64. Kunstblock and beyond Berlin
65. AG StopHeimstaden
66. Lause Bleibt!
67. Fédération Droit au logement (Frankreich)
68. „La Bombonera“ Limbach-Oberfrohnau
69. AK Pariser Kommune
70. Antirassistische Initiative Berlin Initiative Mieter:innengewerkschaft Berlin
71. Club of Roam – Autostop! e.V.
72. Prachttomate
73. Bürgerrechtsorganisation Humanistische Union e.V. Landesverband
Berlin-Brandenburg
74. Torhaus Berlin e.V.
75. THF Radio
76. Bündnis gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn
77. Initiative Stadtneudenken Berlin
78. Clubcommission Berlin e.V.
79. Rummels Bucht80. Bewegungsfreiheit Soli-Party Reihe
81. Initiative Deutsche Wohnen & Co enteignen!
82. Bizim Kiez
83. Mieter*innen Initiative Weißensee
84. THF Vision
85. Netzwerk #200Häuser
86. Anarchistische Bibliothek Wien
87. HINZ UND KUNZ LEIPZIG
88. Interkiezionale
89. Regenbogenfabrik
90. Bauhütte-Kreuzberg
91. Schaubude Berlin
92. Projekt ‚beGEG(e)Nung
93. Gedenkort Fontanepromenade 15
94. Kiezversammlung44
95. Kiezladen Allee154
96. Villa Kuriosum
97. BBK – Berufsverband Bildener Künstler*innen
98. Atelierbeauftragter der Stadt Berlin
99. Kiezladen Friedel54 im Exil
100. Sozialistische Jugend – die Falken Berlin

BUNDESDECKEL JETZT – Mietenstopp überall!

+++Englisch below+++
Das Bundesverfassungsgericht verkündet am Donnerstag (15.04.21) früh sein Urteil über den Berliner Mietendeckel, ohne Anhörung. Der Mietendeckel ist zwingend notwenig gegen die rasant gestiegenen Mieten in der Stadt, auch wenn viele Ausnahmen darin formuliert sind. Hauptsächlich CDU, FDP und die Immobilienlobby haben den Mietendeckel auf allen Ebenen angegriffen. 
Sollte er kippen, bringen wir unsere Wut auf die Straße. Sollte er halten, tragen wir unsere Freude auf die Straße. Kommt zur angemeldeten Spontan-Demo 18 Uhr zum Hermannplatz. Bringt (Topf)Deckel mit! 
Wenn sie uns einen Deckel nehmen, kommen wir mit tausenden Deckeln wieder!
Federal Rent cap now!
Stop Rent Increases everywhere!
On Thursday morning (15.04.21) the Federal Constitutional Court (Bundesverfassungsgericht) will announce its verdict about the Rent cap in Berlin, without a hearing on the matter.
The Rent cap is absolutely necessary against the rapidly rising rents in the city, even if many exceptions are formulated in it. Mainly the CDU, FDP and the real estate lobby have attacked the rent cap at all levels. 
If it is rejected, we will take our anger to the streets. If it holds, we will take our joy to the streets. Come to the  demonstration at 6pm at Hermannplatz.
Bring (pot) lids! 
If they take one cap from us, we will come back with thousands of lids!

 

Offener Brief an den Berliner Senat und die Regierungsfraktionen gegen die Instrumentalisierung der Rigaer 94 zu Wahlkampfzwecken

Das Syndikat-Kollektiv veröffentlicht an dieser Stelle den offenen Brief, der von einigen Aktivist*innen der Berliner Mietenbewegung geschrieben wurde.

Offener Brief an den Berliner Senat und die Regierungsfraktionen gegen die Instrumentalisierung der Rigaer 94 zu Wahlkampfzwecken

Wir sprechen uns gegen die Instrumentalisierung angeblicher Brandschutzmängel in der Rigaer Straße 94 aus. Die Befürwortung eines großen Polizeieinsatzes zur Begehung der Rigaer 94 durch einen Brandgutachter wurde durch das Engagement des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg als das entlarvt, was es war: Ein völlig aus dem Kostenrahmen gefallener Wahlkampfauftakt für Innensenator Geisel und seine Partei, die SPD. Baustadtrat Schmidt hat versucht, eine durch den Innensenator geplante Eskalation zu verhindern. Dies scheint ihm gelungen zu sein. Es hat eine Begehung durch eine Gutachterin des Bezirkes stattgefunden. Bei der Begehung wurden keine gravierenden Mängel festgestellt.

Dass ein Innensenator Tatsachen schaffen möchte, ohne auf Gerichtsurteile zu warten oder deren Urteil anzuerkennen, erinnert stark an viele seiner Vorgänger und die von ihnen verantworteten Polizeieinsätze, die immer wieder von Gerichten als unrechtmäßig eingestuft wurden. Dieses Verhalten zeugt von einem dem Innensenator nicht würdigen Rechtsstaatsempfinden. Und dies alles, um einem Eigentümer, der sich hinter einer englischen Briefkastenfirma verbirgt und schon mehrfach seinen Rechtsanspruch auf dieses Haus vor Gericht nicht beweisen konnte, zu seinem vermeintlichen Recht zu verhelfen.

Wir erwarten von den regierenden Parteien im Senat, SPD, Grüne und Linke, ein klares Statement gegen dieses Handeln. Hier muss klar Stellung bezogen werden. Hört auf, unsere Kieze durch diese brutalen und martialischen Räumungen zu attackieren und die sozialen Nachbarschaftsnetze zu zerstören. Investiert stattdessen die gesparten Steuergelder in sozialen und bezahlbaren Wohnraum und Treffpunkte. Immer wieder heißt es bei Vorkaufshäusern, es sei kein Geld da. Doch für eine Räumung kann der Senat scheinbar leicht eine halbe Million Euro und mehr aufwenden. Der Wahlkampf macht euch blind und entfernt euch noch weiter von den Interessen und Bedürfnissen der Bewohner*innen dieser Stadt. Stellt euch an unsere Seite, die Seite der Mieter*innen. Schützt unseren Wohnraum und unsere Kieze, statt sie anzugreifen. 

Diese Stadt ist bekannt und wird geliebt für ihre Diversität und Offenheit. Zu dieser Stadt gehören die Rigaer 94, die Liebig 34, das Syndikat, die Zeltstadt in der Rummelsburger Bucht, die Meuterei, die Jugendzentren Drugstore und Potse, alle Wohnprojekte, alle kämpfenden Häuser, alle Mieter*innen, die durch die Spekulation bedroht sind, alle Menschen, die durch verschiedene Arten der Diskriminierung keine Wohnungen finden. Wir alle sind Berlin und wir bleiben!

Paris, London, Rom mit ihren toten Innenstädten – das sind keine Vorbilder. Wir Berliner Mieter*innen sind europaweit Vorbilder, weil wir uns wehren, um unsere Nachbarschaft und Kiezstrukturen zu schützen, weil wir gemeinsam kämpfen. Unterstützt uns dabei, statt uns zu räumen!

Solidarisiert euch mit unseren Kämpfen für eine solidarische Stadt, wo jeder sein Platz hat. 

Übrigens sind Gruppen, die die außerparlamentarische Opposition oder Stimme darstellen, zentral für die Demokratie. Vergesst das nicht. 

Schluss mit dem Theater und der Inszenierung eines Brandschutzgutachtens für Wahlkampfspielchen. Rigaer94 bleibt!

Liste der Unterzeichnenden Initiativen, Projekte und Gewerbe:

AG Eigenbedarf kennt keine Kündigung – AG Nachbarschaft Schillerkiez – AG Soziales und Generationen – Aktivistinnen für Wohnen, Mieten und Soziales – ANONYME ANWOHNENDE – Berliner MieterGemeinschaft – Bezirksgruppe Friedrichshain – Berliner MieterGemeinschaft Kreuzberg – Bizim Kiez – Bündnis Mieterprotest Kosmosviertel – Bündnis Zwangsräumung verhindern – Clash – Deutsche Wohnen und Co Enteignen – Drugstore-Kollektiv – Einzelperson von AUFSTEHEN“ (AG WOHNEN) – ElWe44 Elbe/Weigandufer 44 – Franken Bar – Franziskaner – Gentrifidingsbums – GloReichen Nachbarschaft – Goldene Hahn – Hausprojekt Ausnahms-Weise Neukölln – Hausprojekt Wilma 19 – Initiative Hermannplatz – Jogida – Jodel Offensive gegen Idiotisierung durch Angst – Kiezpalaver Schöneberg – Kiezversammlung 44 – køpi & køpi wagenplatz – Kreische – Kulturhof Koloniestrasse 10 –  Kunstblock and beyond – Lause bleibt! – Leipzig für Alle: Aktionsbündnis Wohnen – Mieter:innengewerkschaft Berlin – Mieterpartei – Milchbar – Netzwerk kommunal und selbstverwaltet Wohnen – Netzwerk Leipzig – Stadt für Alle – Pirata Patata – Potse-Kollektiv – Quartiersmanagement Grunewald – Rentvolution – Rock ’n‘ Roll Herberge – Schule für Erwachsenenbildung e.V. – Solikomitee der Liebig 34 – Stadtteilinitiative Alt-Treptow gegen Mieterhöhung & Verdrängung – Stadtteilinitiative WEM GEHÖRT KREUZBERG – Stadtteiladen Lunte – Syndikat-Kollektiv – Trittbrettfahrer e.V. , Hausverein Manteuffelstrasse 39 – Vernetzung der Akelius-Mieter*innen – Villa Felix im Nordkiez

Spendenkonto / Donation bank account

Spendenkonto für alle (Anti-Repressions)Kosten rund um den Kampf / die Räumung / die Demo am 01.08.
Donation account for all (anti-repression) costs around the fight / the eviction / the demo on 01.08.

Netzwerk Selbsthilfe e.V.
Berliner Volksbank
IBAN: DE12 1009 0000 7403 8870 18
BIC: BEVODEBB
Verwendungszweck (WICHTIG!): Syndikat

PM: Nach der Syndikat-Räumung – Rot-Rot-Grün hinterlässt einen schockierten und wütenden Kiez

Am Morgen des 7. August wurde die Kiezkneipe Syndikat im Nord-Neuköllner Schillerkiez geräumt. Dafür wurde ein massives Aufgebot an Einsatzkräften eingesetzt, die weite Teile des Kiezes über Tage hinweg abriegelten. Die Polizeipräsenz war auch in den Tagen nach der Räumung extrem hoch, dazu sorgt der Einsatz von verschiedenen Security-Firmen im und um das Haus Weisestraße 56 weiterhin für Konflikte in der Nachbarschaft. Auf einer ersten Kiezversammlung am vergangenen Sonntag begann die Aufarbeitung.

Der polizeiliche Einsatz begann fast 24 Stunden vor dem angekündigten Räumungstermin. Die Weisestraße wurde zwischen Herrfurth- und Selchower Straße abgeriegelt, Anwohner:innen durften diese „Sicherheitszone“ nur nach Ausweiskontrolle betreten, Journalist:innen oftmals erst nach langen Diskussionen. Diese „rote Zone“ wurde im Laufe des Einsatzes immer weiter ausgeweitet. Insgesamt waren während der gesamten Zeit über 700 Einsatzkräfte, Kletter- und Technische-Einheiten, Hundestaffeln, und Helikopter im Einsatz. Anwohner:innen berichteten im Nachhinein von vielen Szenen, in denen Polizist:innen sich ihnen gegenüber einschüchternd, anmaßend und aggressiv verhalten haben. Weiterlesen

Der Kiez nach der Räumung – wütend, schockiert, aber es muss weitergehen!

Bericht von der Kiezversammlung am 16. August /

Report from the neighborhood meeting on August 16 (english below)

Bis zu 70 Menschen – zum Großteil aus dem Schillerkiez – fanden sich am Sonntag im Gemeinschaftsgarten Prachttomate ein, um über die Räumung des Syndikats und die eigenen Erlebnisse während der tagelangen, polizeilichen Belagerung zu sprechen.

„Ich bin bestürzt, das so etwas unter diesem Senat passieren konnte.“

Zu Beginn hatte jede:r in einer Runde die Möglichkeit über die eigenen Erfahrungen der vergangenen Tage zu reden. Viele der Statements waren sehr emotional und berührend. „Schockiert“ „Bestürzt“ und „Wütend“ waren die häufigsten Beschreibungen, der Polizei-Einsatz in dieser Form wurde durchgängig kritisiert und abgelehnt. Viele berichteten von Situationen, in denen sich Einsatzkräfte ihnen gegenüber anmaßend, einschüchternd und aggressiv verhalten haben. Weiterlesen

Wir lassen niemanden alleine! / We don’t leave anyone alone!

Syndikat-Antirepressions-Struktur / Syndikat Antirepression Structure

english below

Bewegte Tage liegen hinter uns. Viele tausend Menschen haben am 06. / 07. August versucht die Räumung direkt im Schillerkiez zu verhindern, haben sich außerhalb davon mit verschiedensten Aktionen solidarisch gezeigt und auf Demonstrationen am Nachmittag und am Abend nach der Räumung ihre Trauer und Wut auf die Straße getragen.

Was alles passiert ist, was dabei gut und schlecht lief muss ausgewertet werden. Was jedoch jetzt schon klar ist, ist das das Eintreten gegen die Räumung eine Vielzahl an Anzeigen und Festnahmen nach sich gezogen hat und noch nach sich ziehen kann.

Wir sind solidarisch mit allen, die im Rahmen unseres bisherigen Kampfes und den Protesten gegen unsere Räumung Repression erfahren haben und wir wollen dem genauso begegnen, wie wir bisher den Kampf um den Erhalt des Syndikats geführt haben: gemeinsam & solidarisch.

Wir unterstützen euch mit all unseren Möglichkeiten: finanziell, durch Vermittlung von und Begleitung zu Beratungen und Anwält:innen, durch Prozessbegleitung, Öffentlichkeitsarbeit, oder emotionalen Support, soweit es unsere Kapazitäten erlauben und natürlich alles nach euren Wünschen und Bedürfnissen.

Nächste Woche veröffentlichen wir noch ein Spendenkonto, wo ihr für alle anfallenden Repressions-Kosten spenden könnt.

Schon jetzt gilt: Weiterlesen

16.08. | Kiezversammlung zum Austausch über die Syndikat-Räumung

Sonntag | 16.08.20 | 18-20 Uhr | Gemeinschaftsgarten Prachttomate (Bornsdorfer Straße 9-11, Neukölln)

english below

Einladungstext der Stadtteilgruppe Schillerkiez:

„Liebe Kiez-Nachbar*innen!

Bei der Zwangsräumung des Syndikats ist einiges geschehen. Wir haben Ungerechtigkeit, Gewalt und polizeiliche Willkür erlebt. Wir haben Solidarität, Wut, Kraft und Kreativität gespürt. Wir haben Dinge gesehen, die schwierig einzuordnen sind und uns nicht loslassen wollen.

Wir haben Redebedarf! Deshalb wollen wir als Nachbarschaft zusammen kommen, um unseren Erlebnissen, Gefühlen, Ideen und Fragen Raum zu geben. Nach diesem gemeinsamen Austausch wollen wir überlegen, wie wir die Ohnmachtserfahrungen überwinden können. Weiterlesen